
Where’er you walk,
cool gales shall fan the glade;
trees, where you sit,
shall crowd into a shade.
Where’er you tread,
the blushing flow’rs shall rise,
and all things flourish
where’er you turn your eyes.
Georg Friedrich Händel: Semele
Foto: EMI Classics
Nebenbei straft Ian Bostridge alle Klischees über Tenöre Lügen. Denen sagt man ja ganz gerne nach, dass sie nicht unbedingt die Hellsten seien. Er aber hat in Cambridge und Oxford Geschichte und Philosophie studiert, über Hexenglauben in England in den Jahren von 1650 bis 1750 promoviert und war danach Fellow am Corpus Christi College, Oxford. Sein Lebtag wird er auch niemals so dick werden wie Pavarotti & Co., Bostridge ist groß und sehr schlank - er hat diese skinny sexiness, die englischen Männern nicht selten zu eigen ist. Und sehr blaue Augen.
Bei all dem tritt er völlig unprätentiös auf. Steht bescheiden auf der Bühne und erweckt manchmal den Eindruck, als sei es ihm fast peinlich, dass ihm das Publikum noch mehr zujubelt als dem Orchestra of the Age of Enlightenment. Deren Solo-Geiger Matthew Truscott ist übrigens ebenfalls sehr nett anzuschauen. Nicht nur, weil er mit offensichtlichem Vergnügen musiziert. Sehr schlank ist auch er (Engländer, siehe oben), und ich wette, er hat einen ganz wunderbaren trockenen Humor.
Nach dem Konzert tat ich etwas, was ich erst zweimal in meinem Leben getan habe: Mir von einem Künstler die CD signieren lassen. Als ich Ian Bostridge in dem Gedränge leise auf Englisch für den wunderbaren Abend dankte, da freute er sich spontan und sagte genauso leise Thank you. Als er mir die CD zurückgab, lächelte er mich ein zweites Mal an, so dass mir jetzt noch schwindelig ist und meine Begleitung, die das nur aus der Ferne beobachtete, mich fragte: Hast Du etwas zu ihm gesagt? Er hat Dich ja so strahlend angelächelt ... das war richtig auffällig.
Wenn Sie also die Möglichkeit haben, Ian Bostridge zu hören, wie etwa Ende August/Anfang September in Österreich (am 3. Oktober singt er nochmals in Wien), am 18. September in Basel, am 19. September in Köln, am 14. November in Berlin oder am 21. Dezember in Dresden, dann gehen Sie unbedingt hin.
Ich genieße derweil das Glück, nicht wie Händels Zeitgenossen diese wunderbare Musik womöglich nur einmal im Leben hören zu können, sondern drücke die Repeat-Taste. Und nun entschuldigen Sie mich bitte, ich muss jetzt noch ein bisschen schmachten.
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Es waren längst nicht so viele Mauersegler wie hier, aber sie waren noch da. Doch als ich heimkehrte, waren sie schon fort, ohne dass ich ihnen ein Lebt wohl hinterher winken konnte.
Die Abende sind jetzt so still und der Himmel so leer. Bis Mai ist's eine lange Zeit.
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But fresh lilaced moorland fields
Cannot hide the stolid stench of death
Fresh lilaced moorland fields
Cannot hide the stolid stench of death
- The Smiths: Suffer little children -
Over the moor, take me to the moor.
Als er mir das erzählte, bebte seine Stimme vor unterdrücktem Zorn, weil er das, was er wusste, nicht beweisen konnte. Und er nannte Namen. Namen, die mir nichts sagten, ein Geschäftsmann, ein Politiker. Namen, die ich mir in jener Nacht nicht merken konnte, weil das Grauen keinen Platz dafür ließ.
Over the moor, take me to the moor.
Fünf Jahre später erzählen mir Moritz und sein Freund dann des Nachts wieder von Männern und anderen Mädchen. Und ihre Stimmen beben manchmal vor Grauen. Auch von kleinen Jungen aus Ländern, wo keiner Fragen stellt, sprechen sie. Von schmutzigen Geschäften, von Verschwundenen und von Toten. Von Staatsanwälten und Richtern, denn das ist der Sumpf. Und immer noch reichen die Beweise nicht, denn im Moor ist alles weich. So weich.
Not only in Manchester, so much to answer for.
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"Verbalkasper!" "Kulturrowdy!" So beschimpften Kritiker den Dichter Jandl in den 50er Jahren. In den 60er Jahren sprach Suhrkamp Verleger Siegfried Unseld von dem "traurigen Fall eines Lyrikers ohne eigene Sprache".
Nur zehn Jahre später waren Gedichte von Ernst Jandl Schulstoff im Deutschunterricht. Und die "Salzburger Nachrichten" schreiben nach seinem Tod im Jahr 2000: "Ernst Jandl war der vermessendste Dichter, den Österreich hervorgebracht hat. Das denkt man, wenn man seine Stimme hört, dröhnend, polternd, durchdringend verschafft sie den Texten Gehör." Das ist das Besondere an ihm: Jandl hat das Experiment in die Sprache hineingelegt. Und er hat diese Sprache wie kaum ein anderer selbst zum Klingen gebracht.
Und so wird in dieser "Langen Nacht" seine Geschichte erzählt: als Experiment! Jandl hat Musik in die Sprache hineingelegt. Und so wird seine Geschichte erzählt: musikalisch! Jandl hat Unlogik in die Sprache gelegt. Und so wird seine Geschichte erzählt: unlogisch! Jandl hat seine persönlichen Verletzungen in die Sprache gelegt: Also wird die Geschichte eines Menschen erzählt, der sich (von Sprache) verletzt fühlt! Wie? Mit Jandls Sprache.
Am Sonnabend, 4. August, von 0.05 Uhr an - also in der Nacht von Freitag auf Sonnabend - im Deutschlandradio, Wiederholung am Sonnabend, 4. August, von 23.05 Uhr an im Deutschlandfunk. Ja, es lohnt sich unbedingt, dafür wach zu bleiben - wie weiland Ottos Mops ergeht es einem dabei ganz bestimmt nicht.
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Nach diesem Traum habe ich heute morgen doch tatsächlich ein Kilo mehr auf die Waage gebracht, obwohl ich mich gestern im Wachzustand keineswegs vollgestopft habe.
Zuvor träumte ich gestern Nacht übrigens von Rudolf Scharpings Hühneraugen.* Wenigstens das blieb für mich ohne Folgen.
* Keine Ahnung, ob er tatsächlich damit geplagt ist, aber in meinem Traum hat er sie mir gezeigt.
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Geht die Katze auch auf Reisen,
sie springt in England wie in Sachsen nach Mäusen.
- Sprichwort -
Dienstag reise ich dann wieder ab - so die Lokführer mich lassen. Falls ich also schon nicht dem Streik entgehen sollte, dann hoffentlich wenigstens der nächsten Erkältung ... die aus Berlin bin ich nämlich immer noch nicht ganz wieder los.
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