"Was als Sinn des Lebens bezeichnet wird, gibt auch einen vortrefflichen Grund zum Sterben ab", schreibt Camus im "Mythos von Sysiphos" und benennt damit Absurdität, aber auch das anarchische Moment des Freitodes. (...)
Zwei abschließende Zitate nennen Gründe, für Art und Struktur dieser Anthologie. "Ein guter Abschiedsbrief sollte mindestens 14 Tage vor der Tat geschrieben werden": so der Kommentar eines Suizidologen in einer Studie über Abschiedsbriefe. Oder: "Die höchste Selbstmordquote der Weltgeschichte könnte im biographischen Anhang eines Schullesebuchs oder beim Studium der Namen einer beliebigen Biographie gefunden werden." Die meisten der ausgewählten Texte sind nicht kurz vor der Tat geschrieben, einige sogar Jahrzehnte davor. (...)
So wie man von großen Reden und Kunstwerken mehr Einsicht und Wahrheit erhofft als von alltäglich Dahingesagtem, so mag man aus den hier gesammelten Texten vielleicht eine größere Annäherung an die "geschlossene Welt" des Selbstmords erfahren - eine Welt, die, glaube ich, nur wirklich kennen kann, wer sie schon einmal betreten hat, und sei es nur für fünf Minuten."
- aus: Todeszeichen. Freitod in Selbstzeugnissen. Gesammelt und eingeleitet von Gabriele Dietze. Luchterhand, 2. Auflage, Darmstad und Neuwied 1983. -
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Niemand wird etwas genaues wissen,
aber alle werden von der Richtigkeit ihrer Annahme überzeugt sein.
- Hertha Kräftner (1928-1951): Wenn ich mich getötet haben werde (1951) - ibidem
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(Der erfahrene Blogger wird seine Abschiedsbriefe eh umdatieren.)
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Edit: Das Buch ist im Übrigen lesenswert. Gibt es aber meines Wissens nur noch antiquarisch.
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oder auch ganz rational: werden zentimeter gemessen, damit auch nichts schief geht.
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Und wie schrieb Frau Gaga vor 2 3/4 Jahren einmal in einem anderen Zusammenhang so zutreffend:
zwangsautopsie. ein echter grund, sich nicht umzubringen.
Als ich in der Oberstufe war, hat sich ein Mitschüler das Leben genommen. Als seine Eltern im Urlaub waren, erhängte er sich an einem Apfelbaum auf einer Streuobstwiese. Da man ihn nicht identifizieren konnte, veröffentlichten die Zeitungen ein Bild von ihm. Ich habe ihn darauf nicht erkannt.
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* Zahlen aus der Betriebszentrale Frankfurt im Jahre 2002. Zahlen, über die die Bahn nicht gern spricht. Sie hat Angst vor Nachahmern. Es gibt oder gab ein anonymes Forum für Lokführer, die unfreiwillig das Leben anderer beenden. Es wird oder wurde betrieben von einem Betroffenen.
Siehe auch: Nachtschicht mit Freitod. Vom Herbst 2000 bis Sommer 2001 hatte ich häufiger mit einem Lokführer zu tun. Er fuhr regelmäßig die Strecke zwischen Stendal und Magdeburg, auf der es eine langgezogene, schlecht einsehbare Kurve gibt. Er sagte damals, dort stände regelmäßig jemand auf den Gleisen.
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Diese Seiten hatten einen gewissen morbiden Unterhaltungseffekt, aber so viele unglückliche Menschen an einem Ort versammelt zu sehen war vor allem deprimierend.
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Jene Eisenbahnbrücke im Vogtland hat traurige Berühmtheit erlangt, weil dort in kurzer Zeit häufiger Lebensmüde heruntergesprungen sind. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass man dort relativ leicht hinaufkommt.
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