Sonntag, 19. Februar 2006
Sieben Prozent
Dass ich mich mit einem Autoatlas bestens zu amüsieren weiß, hat der ein oder andere Besucher bereits mitbekommen. Wobei sich das nicht auf Deutschland beschränken muss, schließlich besitze ich auch den Road Atlas Britain und The North American Road Atlas United States, Canada and Mexico. So manch erstaunlichen Ort entdeckte ich schon darin.
Bei kleineren Anfällen von Fernweh ist bei mir die Online-Auskunft der Bahn ebenfalls sehr beliebt. Dann spiele ich herum und male mir aus, wohin ich mit 29 Euro reisen könnte. Und manchmal muss es auch die Website einer Billigfluglinie sein, schließlich habe ich erst 17 Länder besucht, das sind gerade einmal sieben Prozent. Meine Weltkarte hat einfach noch zu viele weiße Flecken.



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via Lisa9 neulich

Morgen wird es dann aber doch nur Erfurt für einen Tag.

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Freitag, 17. Februar 2006
Aber gerne doch


Wenn Du eine Rose schaust / Sag, ich laß sie grüßen.

- Heinrich Heine 13. Dezember 1797 bis 17. Februar 1856 -

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Mittwoch, 15. Februar 2006
Balanceakt
Es gibt ein seelisches Gleichgewicht, das gefährdet wird, wenn man sich selbst zum Schweigen verurteilt.

- Leo Perutz: St. Petri Schnee -

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Blue Valentines

To send me blue valentines
Like half forgotten dreams

- Tom Waits: Blue Valentines -

Und für alle, die heute enttäuscht waren, weil sie keine dieser seltsamen Karten oder Geschenke bekommen haben, ein bisschen Tom Waits zum Trost: Hold on.
Für alle anderen, die es genauso wenig waren wie ich, auch.

Song ist von dort.

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Sonntag, 12. Februar 2006
Augenwischerei
Die Akademiker der Geburtsjahrgänge 1960 bis 1970 möchte ich aber ’mal sehen, die im Alter von 67 Jahren auf 45 Beitragsjahre zur Rentenversicherung kommen.
Und nicht wenige davon konnten bis dahin gar nicht ausreichend privat vorsorgen, weil sie nie so viel verdienten, dass das in dem eigentlich notwendigen Maße möglich gewesen wäre. Von den Akademikern sagt nur keiner etwas, weil viele schon stillschweigend davon ausgehen, dass sie arbeiten müssen, bis sie tot umfallen. So man sie denn lässt – bekanntlich ist das mit der Jobsuche bereits im Alter von 40 Jahren etwas schwierig.

Ach ja, bei den Frauen sieht es übrigens noch düsterer aus. Die brauchen nicht einmal studiert haben, bei denen klaffen die Altersvorsorgelücken auch so.

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Freitag, 10. Februar 2006
Schön ruhig bleiben
Kein Grund zur Eifersucht, hier unter den Bäumen ist er ganz bestimmt nicht.

(Neulich hat jemand hier seine Großmutter gesucht - manchmal würde ich doch ganz gern wissen, was bei anderen Leuten so vorgeht.)

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Dienstag, 7. Februar 2006
Der Jagdverein
Vom großen Glück, dass Pjöngjang nicht New York ist, schrieb der Journalist Alexander Osang einmal. Und er schilderte, wie die Staatssicherheit im Frühjahr 1989 versuchte, ihn als Inoffiziellen Mitarbeiter anzuwerben.

"Manchmal sitzt einem die Versuchung schon auf dem Schoß, und man erkennt sie trotzdem nicht. Weil sie so harmlos aussieht, so unansehnlich, überhaupt nicht verführerisch eben. Sie sitzt da, grinst einen unterwürfig an und tut einem fast leid, so blass wie sie ist."

Es war nur Pjöngjang, und nicht New York, was sich ihm bot. Dennoch fiel es ihm schwer, aus seinem eigentlichen Nein das entschiedene Nein zu machen, ohne das sie einen nie in Ruhe ließen, sondern es immer wieder versuchten. Nach Pjöngjang zu den Weltfestspielen flog er trotzdem, und nach New York kam er später auch.

Ich weiß nicht, wie ich reagiert hätte. Ich bin nicht in jenem anderen Deutschland zur Welt gekommen, mir setzte sich keine blasse Versuchung auf den Schoß. Vielleicht hätte die Aussicht genügt, doch zur EOS zugelassen zu werden, was mir wahrscheinlich schon aufgrund meiner Herkunft verwehrt geblieben wäre. Vielleicht hätten sie es auch mit Drohungen versucht, man wird leicht erpressbar, und findig waren sie ja. Hätte ich dann den Mut gehabt, es abzulehnen? Hätte ich die Dekonspiration gewagt?

Wie gesagt, ich weiß es nicht, ich kann es nur hoffen. Ich weiß aber, dass die Mehrheit der angesprochenen DDR-Bürger Zivilcourage bewies und ihre Stasi-Werber abblitzen ließ. Sie nahmen berufliche und persönliche Nachteile in Kauf. Manch einer gefährdete seine Existenz, mancher sogar sein Leben. Als es darauf ankam, sagten sie nein. Und das wird bei all den Diskussionen nur allzu leicht vergessen.

Manch einer bringt heute ja sogar schon die Sache mit dem Jagdverein durcheinander.*

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