Sonntag, 7. Juni 2015
Wanderung mit Familie und Freunden


Meine Wohnung bietet nicht genug Platz für eine größere Feier, also habe ich kurzerhand meine Familie und Freunde zu einer Wanderung im Regionalpark Rhein-Main eingeladen. Mittags um eins treffen wir uns am Besucherzentrum in den Weilbacher Kiesgruben. Mit ein paar Autos fahren wir zum Startpunkt der Wanderung, den Historischen Kalkbrennöfen in der Nähe von Hochheim am Main.



Schon Mitte des 17. Jahrhunderts gab es hier einen Kalksteinbruch und die Brennöfen, wahrscheinlich sogar schon lange davor, weist doch manches darauf hin, dass bereits die zur Römerzeit an dieser Stelle Kalksteine abgebaut wurden. Nirgendwo sonst in Hessen sind solche Kalbrennöfen so gut erhalten, es ist also ein ziemlich einzigartiges Industriedenkmal. Zum besseren Schutz sind sie überdacht, Besucher können sie praktischerweise auch von oben betrachten.



An der Obermühle wandern wir vorbei und stoßen kurz danach auf ein Hexenkreuz. In der Nähe befand sich wohl die alte Richtstätte am Galgen- oder Hexenberg. Die Liste mit den Namen ist ziemlich lang, die meisten starben in der Zeit von 1615 bis 1618, auch das letzte auf den Tafeln verzeichnete Opfer. Insgesamt wurden zwischen 1596 und 1631 in Flörsheim am Main mehr als 31 Frauen und Männer wegen Schadenszauber, Abfall von Gott, Teufelsbuhlschaft und Hexentanz verurteilt und hingerichtet. Flörsheim gehörte zum Kurfürstentum Mainz, einer der Gegenden, wo die Inquisition besonders wütete – auf der anderen Seite des Rheins setzte Landgraf Philipp von Hessen schon 1524 die Reformation durch, auch Philipp III. von Nassau-Weilburg führte sie ein.



Jedenfalls besteht ein zeitlicher Zusammenhang mit der Gegenreformation und den vier Wellen von Hexenprozessen. 1615 verbrannten sie in Flörsheim den Bauern und Winzer Jakob Schad, später wurden auch noch seine Kinder mehrfach beschuldigt, die drei älteren schließlich verhaftet, gefoltert und 1617 hingerichtet. Nur der 15-jährige Sohn entging der Anklage, weil im Kurfürstentum Mainz eine Altersgrenze für die Strafverfolgung galt. Übrigens verschuldete sich Flörsheim durch die Hexenprozesse massiv. In dem Jahr, in dem Jakob Schad auf dem Scheiterhaufen starb, betrugen die Kosten für die Hexenprozesse 6225 Gulden, weshalb die Gemeinde ein Darlehen von 2000 Gulden beim Kloster St. Clara beantragte und sich auch noch anderweitig Geld lieh. Als die Hexenverfolgung um 1648 im Kurfürstentum eingestellt wurde, beliefen sich die Schulden Flörsheims auf 9973 Gulden, mit Zinsen sogar auf 12.220 Gulden. Selbst Gemeindeland war deshalb schon verpfändet worden. Aus der Schuldenfalle kam der Ort auch nicht so bald wieder heraus. 1661 Jahre erbat die Gemeinde beim Mainzer Domkapitel Hilfe bei einem Vergleich, doch bis 1700 war die Angelegenheit im Kloster St. Clara noch nicht abgeschlossen, obwohl sich die Sache schon 52 Jahre hinzog.

Nach diesem eher bedrückenden Aufenthalt freue ich mich umso mehr auf den Eisenbaum. Den wollte ich unbedingt sehen, das ist ja klar.



Wer die Plattform erklimmt, dem erzählt der Eisenbaum bei Sonnenschein auch seine Geschichte.

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Sonntag, 19. Januar 2014
Im Garten des toten Prinzen (III)
Wochenlang spähten die beiden Schweizer Brüder Peter und Ferdinand F. und ihr italienischer Kompagnon Georgi C. im Frühjahr 1978 Gut Panker aus. Ihr Plan: Moritz Prinz von Hessen entführen. Zwischen 600.000 und einer Million DM sollten als Lösegeld dabei herausspringen. Vielleicht träumten die 39 und 37 Jahre alten Brüder - der eine war Zahntechniker, der andere Bürokaufmann -, und der 26-jährige Georgi, der nur eine abgebrochene Dolmetscherausbildung vorzuweisen hatte, von einem süßeren Leben. Ferdinand hatte jedenfalls eigens sein Haus verkauft, um das Vorhaben zu finanzieren.



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Dienstag, 1. Oktober 2013
Blaues Wunder
Morgen fahre ich mit meiner Mutter in aller Früh nach Dresden. Wir besuchen ihre einzige Cousine, die dort in der Nähe lebt. Da diese Cousine nach der Wende etliche Jahre Bürgermeisterin war, feiere ich den Tag der deutschen Einheit mit einem sächsischen Kreisverband der CDU.* Es gibt einen Empfang, zu dem auch ein gewisser Bundesminister kommt. Ich bin wild entschlossen, denen Häppchen wegzufuttern und mich angenehm mit Sekt zu bedroöhnen.

* In der Sippe gibt es übrigens auch etliche SPD-Mitglieder. Weil die beiden Fraktionen sich beim Clantreffen vor vielen Jahren einmal total in die Wolle kriegten, wird bei diesen Treffen möglichst nicht mehr über Politik diskutiert. Ich werde mich auch daran halten.

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Samstag, 21. September 2013
Im Garten des toten Prinzen (II)


Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt ließ sich das Jagdschloss Wolfsgarten von 1722 bis 1724 nach den Plänen von Baumeister Remy de la Fosse errichten.



Die Parforce-Jagd, also die Meutejagd zu Pferde, die Landgraf Ernst Ludwig eingeführt hatte, war in Mode - bis sein Enkel Landgraf Ludwig IX. sie wieder abschaffte. Das Jagdschloss verfiel daraufhin, erst der Erbgroßherzog Ludwig III. ließ es in den 1830er renovieren. Anfang des 20. Jahrhundert baute Großherzog Ernst Ludwig an und machte es zu dem geschlossenen Ensemble.

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Zum Teil I

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Freitag, 20. September 2013
Im Garten des toten Prinzen (I)


Wer nicht zur Familie oder deren Freunden gehört, dem bleibt der Park verschlossen. Nur an drei Wochenenden im Jahr öffnen sich die Tore von Schloss Wolfsgarten für alle: zum Rhododendronblütenfest im Mai und zum fürstlichen Gartenfest im September.



Das Schloss im Wald zwischen Langen und Egelsbach ist der Familiensitz derer von Hessen und nach wie vor bewohnt.



Als wir am zweiten Wochenende des Rhododendronblütenfests den Park besuchen, weht die Flagge auf Halbmast. Moritz Prinz und Landgraf zu Hessen ist drei Tage zuvor gestorben.



Es war ein bewegtes Leben: Sein Vater war ein Nazi, seine Mutter - eine italienische Prinzessin - starb im KZ. Und er selbst wurde später adoptiert - und sogar einmal entführt.

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Sonntag, 11. August 2013
Uwaga!


Ich bin wieder da - und auch schon gleich wieder im Stress. Von morgen bis übernächstem Montag muss ich durcharbeiten, anschließend kommt eine Freundin zu Besuch. Es dauert also noch, bis ich vom Urlaub erzählen kann.

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Samstag, 13. Oktober 2012
Siehe, er kommt mit den Wolken


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Freitag, 12. Oktober 2012
Und alle Säulen erstrahlen in seinem Lichte


Denn der Herr des Hauses ist in Seinem Hause erschienen, und alle Säulen darin erstrahlen in Seinem Lichte. Des Lichtes Wirkung und Kraft kommen vom Spender des Lichtes her, darum bewegt sich alles durch Ihn und erhebt sich nach Seinem Willen. Dies ist die Quelle, daraus jene trinken, die Gott nahe sind, wie es geschrieben steht: „Eine Quelle, aus der jene sich laben, die Gott nahe sind“.

- Bahá’u’lláh: Die sieben Täler, Vier Täler -





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Samstag, 11. August 2012
Left In Ruins


Fast 400 Jahre existiert das Herrenhaus Üselitz, bis es die Bereitschaftspolizei Stralsund und die Kampfgruppe Bergen mutwillig zerstören. Dabei steht es da schon auf der Denkmalliste des Kreises. Dennoch missbrauchen sie das Haus als Übungsplatz und ruinieren es bis auf die Außenwände.



Das erste Mal taucht der Name Uselitze auf einer Urkunde aus dem Jahr 1311 auf. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts gehörte es dem Landesherren Herzog Ernst Ludwig von Pommern, der es dann eintauschte. Erich von Zuhm, der neue Besitzer, legt vermutlich das Gut an und lässt von 1580 an das Herrenhaus bauen. Der Eingang des Hauses liegt auf der Gartenseite, ein aufwändiges Renaissance-Portal, dessen Plastiken bei einem späteren Hausumbau abgeschlagen werden. Erst Anfang des 21. Jahrhunderts sollen Untersuchungen den alten Eingang wieder zu Tage fördern. Vermutlich erhält das Herrenhaus bei dem Umbau auch nachträglich ein Portal auf der Hofseite, geziert von Pilastern und einem Dreiecksgiebel, in dem ein Wappenrelief prangt. Die von Zuhm sollen sich mit dem Bau ruiniert haben.

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Freitag, 10. August 2012
I'll Promise You A Rose Garden


Beide Kriege hat es überstanden und sogar die DDR.



Erstmals urkundlich erwähnt wird „Rhosengharde“ im Jahr 1318. Damals gehörten „15 steuerbare Hakenhufen Acker“ dazu, also 225 Morgen Land, denn in Pommern entsprach eine Hakenhufe 15 Morgen.



Noch im 14. Jahrhundert wurde der Hof zum ersten Mal verkauft. Das sollte in den kommenden 800 Jahren noch häufig geschehen. Herzog Wartislaw VI. war 1392 nicht der erste Käufer, aber er schenkte den Hof dem Kloster Eldena bei Greifswald, dessen Ruinen wiederum Caspar David Friedrich später malte.

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