Donnerstag, 10. Mai 2012
Cette voix

Cette voix, qui perle et qui filtre
Dans mon fonds le plus ténébreux,
Me remplit comme un vers nombreux
Et une réjouit comme une philtre. *

- Charles Baudelaire: Le Chat -

In der halben Stunde am Telefon mit Dir eben lache ich mehr als an allen übrigen Tagen dieser Woche. Auch Du lachst viel, hast mich gleich mit meinem Namen und einem Lachen begrüßt, bevor ich auch nur einen Ton sagen konnte.
Gib's zu, Du telefonierst gern mit mir.

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* Für alle, deren Französisch auch so lausig ist wie meins:

Diese Stimme, die in meine finsterste Tiefe perlt und sickert,
erfüllt mich wie wohllautende Verse und erheitert mich wie ein Heiltrank.

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Ja, ich werde »Diese Stimme, ...« nun nie mehr hören.
Sie sagte, ich sei
engstirnig,
einseitig,
nicht authentisch,
höre nicht zu,
bin ein verborter,
langweiliger
alter Kerl,
der sich doch
selbst
einen runterholen soll.

Tja - ich bin so traurig wie noch nie - das stimmt.

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Oha. Das war eine geballte Ladung, dabei wären einige der Aussagen einzeln schon vernichtend genug. Stimmt es denn, dass Sie ihr nicht zugehört haben?

Ich bekam gestern Abend noch eine gutgelaunte Short Message zur Antwort. Ändert aber nix.

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Ich denke schon, daß ich zugehört habe, aber mißverstanden habe ich sicher einiges, kommt halt vor sowas.
Die Idee, immer auf einer Wellenlänge zu schwingen, sich blind zu verstehen, ist zwar schön aber auch realitätsfern, kann passieren, ist dann wunderbar, passiert aber selten, darf man keinesfalls erwarten. Man muß schon konsequent aussprechen, wo das Problem liegt, sonst läßt man den Anderen früher oder später ins offene Messer laufen.
Aber wir hatten wohl einige grundlegende Probleme, die wir nicht sehen wollten, sehen die Welt verschieden.
Ich bin eher so der "Ninety percent of everything is crud."-Typ, und sie der Man-muß-für-alles-Verständnis-haben-Typ, konnte nicht gut gehen.

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Das tut mir leid für Sie. Selbst wenn man sowas ahnt, hofft man ja doch immer.

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Ja, aber ich bin auch irgendwie froh, daß es vorbei ist, die letzten zwei Monate waren quälend.

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Übrigens sah ich vorhin einen ganz winzigen Käfer, der auf einem Grashalm saß, der im Winde hin und her schwang und sich festzuhalten versuchte.
Ist vielleicht kitschig, aber so fühle ich mich auch oft, wie der kleine Käfer sich möglicherweise gefühlt hat.
Vielleicht fand er's aber auch ganz toll - auf der riesengroßen Grashalmschaukel.

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Das ist ja das Dumme, selbst wenn es gegen Ende nur noch quälend war, zieht das Ende einem dennoch oft den Boden unter den Füßen weg. Und bis man sich emotional neu sortiert hat, dauert es meistens auch eine Weile.

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Ja, hat mich umgehauen, obwohl ich's erwartet und auch herausgefordert habe.
Ich habe aber nicht so eine geballte Ladung von, in meinen Augen, völlig widersinnigen Vorwürfen erwartet, das ist's, was mich eigentlich umgehauen hat.

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Fatal dürften die beiden Punkte "nicht zuhören" und "langweilig" gewesen sein, der Rest kam dann halt noch oben drauf.

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Tja, es gab noch einiges mehr.
Mit langweilig kann ich leben, das trifft mich nicht, was bedeuted das schon, kann man so sehen, wenn man will.
Sie meinte damit eher meinen »gefestigten« Musikgeschmack und mein, ihrer Ansicht nach unverrückbares Weltbild.

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Ich meinte das eher aus ihrer Sicht.

Ihr letzter Satz klingt fast so, als bestand ein größerer Altersunterschied.

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10 Jahre.
War kein Problem, denke ich, finde ich ideal, ist aber sicher Ansichtssache.

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Ja, daß ich ihr angeblich nicht zugehört habe, hat sie aufgeregt, nur ich habe ja zugehört.
Der Punkt ist, man kann zu vielen Dingen diese oder jene Meinung vertreten, aber nicht jede Aussage ist nur pure Meinung. Ich vertrete die Ansicht, es gibt eine objektive Wahrheit, ob man sie erkennen kann, ist eine andere Frage, sie meint es gibt immer mehrere Wahrheiten, die gleichwertig sind, dies halte ich für falsch. Beide Denkrichtungen haben ihre Vertreter und lassen sich begründen, jedoch nicht beweisen. Ich akzeptiere ihre Ansicht durchaus, vertrete aber konsequent meinen Standpunkt.
Das ist, was sie mit meinem "unverrückbaren" Weltbild meinte und offenbar langweilig findet, war mir auch neu.

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Ich habe die Grenze bislang bei sieben Jahren gezogen, also er jünger als ich. ;-) Sieben Jahre älter hatte ich hingegen noch nicht, entweder waren sie jünger oder mehr oder weniger gleichaltrig. Zehn Jahre älter kann ich mir auch irgendwie nicht vorstellen, konnte ich allerdings noch nie, hat mich einfach nicht interessiert.

Ist vielleicht auch ganz gut so, denn die Wissenschaft hat festgestellt, dass ein Mann mit einer jüngeren Partnerin länger jung bleibt, wohingegen eine Frau mit einem älteren Partner schneller altert. Da ich glaube, dass ich mindestens 89 Jahre alt werde, möchte ich dieses Alter nicht vorzeitig erreichen. :-)

Nachtrag: Sie hat aber anscheinend das Gefühl gehabt, dass Sie ihr nicht zuhörten. Oder zumindest nicht das Gefühl, dass Sie ihr zuhörten.

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Tja, das glücklichste Paar, das ich kenne, da ist sie, ich glaube, so ca. 10 a älter, und dann fällt mir noch John Lydon ein (PIL, eine meiner Lieblings-Bands), dessen Freundin ist 15 a älter.
Ich hingegen hatte eigentlich immer Freundinen, die etwas jünger waren, älter nur einmal, war auch schön.
Nachtrag: Mit zunehmendem Alter werden Altersunterschiede sowieso eher unbedeutend, 20/30 ist was anderes als 40/50.

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Das Gefühl ja, aber was kann ich dagegen tun, außer ihr zu sagen, sie täuscht sich?

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Ich glaube, ich muß jetzt in's Bett.
War schön mit Ihnen zu plaudern, arboretum!
Gute Nacht, bis zum nächsten Mal.

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Da war ich dann gestern schon. Derzeit versuche ich, wieder vor Mitternacht ins Bett zu gehen, möglichst gegen 23 Uhr.

Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Ich fürchte, das ist im Nachhinein schwierig, zumal Worte allein wohl nicht überzeugen. Kann schließlich jeder sagen. Man merkt es daran, ob und wie der andere auf das, was man sagt, eingeht, und ob er es sich auch merkt, glaube ich.

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Hallo, ich auch, aber ich bin doch eher eine Nachteule.
Komischerweise komme ich momentan aber mit relativ wenig Schlaf aus, für meine Verhältnisse.

Ja, das Zuhören, ist ein Problem, kommt auch darauf an, wie man etwas sagt, bin nicht unsensibel, kann schon zwischen den Zeilen lesen, aber klare Ansagen sind mir lieber, habe ich auch ausdrücklich darauf hingewiesen.
Na ja, egal.
Ich dachte in diesem Zusammenhang auch vor allem an Ihre Bemerkung vom 14.2. unter der Rubrik Unterholz.

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Unter einer klaren Ansage verstehen Leute mitunter durchaus unterschiedliches. Möglicherweise würde sie sagen, dass sie Ihnen manches so oft gesagt habe, bis sie keine Lust mehr darauf hatte.

Das bezog sich damals auf einen Konflikt mit einem Teenager (nicht verwandt mit mir).

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Mag sein, die Welt ist voller Mißverständnisse.
Jedenfalls mußte ich auch an diese wunderbare Schnulze denken.

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