Montag, 12. September 2005
Runaway train
Am Freitagabend, als ich mir am Automaten die Platzkarten für die Zugfahrt nach Bremen ziehe, flimmert das Europa-Spezialangebot permanent über den Bildschirm, weckt Sehnsucht nach Prag oder Budapest, und wie wäre es mit Wien? Ich war noch nie in Wien. Meine Finger schweben einen Moment lang über den Tasten, dabei bin ich doch jetzt schon viel zu müde, um später noch auszugehen. Mit den Platzkarten in der Tasche, fahre ich schließlich nur nach Hause.

Eigentlich möchte ich ans Meer.

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Freitag, 9. September 2005
Writing on the wall (II)

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Mittwoch, 7. September 2005
Wirklich sein
„Wirklich - das hat nichts damit zu tun, was man in sich oder an sich hat“, antwortete das Spielzeugpferd, „wirklich - das ist etwas, das dir passiert! Wenn dich ein Kind ganz, ganz lange liebhat, nicht nur so zum Spaß, sondern wirklich liebhat, dann wirst du wirklich.“
„Tut das weh?“, wollte der kleine Hase wissen. „Manchmal schon“, sagte das Pferd, denn es sagte immer die Wahrheit. „Wenn du wirklich bist, macht es dir nichts aus, wenn es weh tut.“
„Geschieht das auf einmal, wie beim Aufziehen, oder nach und nach?“, fragte der Hase.
Und das Pferd antwortete: „Nein, nicht auf einmal. Es dauert lange, bis du wirklich wirst. Deshalb passiert es denen so selten, die leicht zerbrechlich sind oder scharfe Kanten haben oder ganz vorsichtig angefaßt werden müssen. Man kann sagen, dass dann, wenn du wirklich geworden bist, fast alle deine Haare verschwunden sind - vor lauter Liebe, weißt du! Und dass deine Augen herausgefallen sind und du ganz ausgeleiert und ziemlich schäbig bist. Aber das macht dir dann überhaupt nichts aus. Denn wenn du erst wirklich bist, kannst du nie mehr häßlich sein, außer für Leute, die gar keine Ahnung haben."

- Margery Williams: Der kleine Kuschelhase -
zitiert nach Joyce Maynard: Tanzstunden.

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Art is just a name
Kunst kann man auch kaufen, pflegt Herr Kid zu predigen, das sei rentabler als irgendwelche Rentenfonds. Auch die Spreepiratin bekennt sich zum Kunstkauf (nur finde ich leider den entsprechenden Link nicht mehr), und der Don tut's sowieso.

In der Zur Not kann man Kunst aber auch in der Artothek ausleihen. Das habe ich am Wochenende getan, da es bei mir bekanntlich nicht für die Altersvorsorge reicht. Für 26 Euro wird nun dieses großformatige Aquarell von Erich Kaatz den Winter über die Küche verschönern.



Erich Kaatz: Fischerdorf am Felsen, undatiert (und schlecht fotografiert. Das Original leuchtet dagegen geradezu. Ab sofort erhebe ich übrigens schiefe Fotos zur Kunstform.)

Kaatz war ein Schüler Curt Lahs', von dem vor drei Jahren einige Arbeiten in Berlin zu sehen waren. Von Kaatz ist nur wenig bekannt, anscheinend nur noch so wenig, dass dieses Bild von einem Antiquitätenhändler auf die Zeit um 1920 datiert wird. Demnach hätte er es als Elfjähriger gemalt, wurde er doch 1909 im damaligen Hoppendorf bei Danzig geboren. Er studierte erst in München, dann in Berlin, wo er bis 1940 als freier Maler lebte. Aus dieser Zeit sind keine Bilder erhalten geblieben, denn vier Jahre später wurde sein Atelier bei einem Luftangriff zerstört. Von 1949 an arbeitete er als Kunsterzieher*, stellte aber auch noch regelmäßig aus. Seine Rente hat er vermutlich gar nicht mehr bekommen, er starb mit 62 Jahren.

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Freitag, 2. September 2005
Les misérables
Bislang habe ich in Herzensdingen keinen ökonomischen Sachverstand walten lassen. Nachdem ich aber heute wieder einmal Post von der BfA bekommen habe, sollte ich das wohl besser schleunigst ändern. Vielleicht so:

Ansehnliche Akademikerin ohne vernünftiges Einkommen, aber vergnügter als ihr Blog, sucht wohlhabenden Mann zwischen 35 und 45 zwecks Heirat. Bei gegenseitigem Gefallen späteres Zusammenleben nicht ausgeschlossen. Ernstgemeinte Zuschriften mit Bild und Kopie des Rentenbescheids an ...

Und darauf jetzt noch einen Martini.

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Mittwoch, 31. August 2005
Zärtlich ist die Nacht
In samtweichen Nächten wie dieser möchte ich niemals mehr schlafen gehen.
Im dünnen Sommerkleid stehe ich im dunklen Hof und schaue hoch zu den Sternen, die dem Dunst und den Lichtern der Stadt trotzen. Heute Nacht sind mehr als sonst zu sehen. Eigentlich sollte man jetzt zu zweit spazieren gehen, denke ich noch, bevor ich mich umwende, um dann doch ins Haus hineinzugehen.

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Mmmmm
Reife Pfirsiche schmecken so köstlich, man könnte sich glatt darin wälzen, wenn man bei der Hitze nicht sowieso schon etwas klebrig wäre.

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Montag, 29. August 2005
Writing on the wall (I)

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