Freitag, 26. August 2005
Habe die Ehre
Nun ist es also amtlich. Der Brief, der mir dieses Ehrenamt antrug, kam schon vor einigen Wochen. So ganz sicher waren die sich ja nicht, was meine demokratische Gesinnung anbelangt, deshalb haben sie mir gleich vorsorglich tausend Euro Geldbuße angedroht, falls ich auf die Idee kommen sollte, diese ehrenvolle Aufgabe ohne triftigen Grund abzulehnen. Immerhin, im zweiten Brief, der Ende des vergangenen Monats kam, reduzierten sie die Strafe für diese Ordnungswidrigkeit schon auf 500 Euro - fast ein Sonderangebot. Der Preis dieser Ehre hingegen beträgt 35 Euro. Aufwandsentschädigung fürs frühe Aufstehen, schließlich muss ich um 7.30 Uhr dort sein, und das an einem Sonntag. Ja, so ist das, wenn man zur Beisitzerin für die Bundestagswahl bestimmt wurde. Während andere sich Kaffee und Kuchen munden lassen, sitze ich im Wahllokal herum und werde mich bemühen, genauso gelangweilt dreinzuschauen, wie die das dort immer machen, wenn dann einmal jemand zum Wählen kommt.
Ob man dabei eigentlich lesen darf?
Wenn am Abend im Fernsehen die ersten Hochrechnungen verkündet werden, sitze ich da und zähle Stimmzettel aus. Mein eigener sowie die von meiner jüngeren Schwester und meinem Schwager werden darunter sein. Mal sehen, ob ich die Kreuzchen wiedererkenne.
Und falls Sie nicht wissen, was Sie wählen sollen, machen Sie Ihren Stimmzettel halt ungültig. Dann schlage ich mir wenigstens nicht umsonst den halben Abend um die Ohren.

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Donnerstag, 25. August 2005
Nein, meine Suppe ess ich nicht
Eine kleine Fliege hat sich in Herrn mazens Kaffeetasse das Leben genommen, und mir fiel beim Lesen eben eine kleine Moskau-Episode wieder ein.

Es war im März 1990, dem Jahr, in dem die Lebensmittel knapp werden sollten. Selbst in den Hotels war das schon ein bisschen zu bemerken, das Essen war insgesamt schlechter als sechs Jahre zuvor. Wegen meiner russischen Liebe war ich zu spät zum Mittagessen gekommen, die anderen waren bereits beim Hauptgang. In der Nähe meines Tellers stand eine Suppenterrine. Als ich einen Blick hinein warf, sagte Freund U. nur lapidar: Diese Suppe empfehlen wir guten Freunden nicht. Auf meinen fragendes Hm? hin erzählte er mir, wie sie hungrig Suppe gegessen hätten, bis ihnen auffiel, dass C. regungslos den Löffel in der Luft hielt und stumm darauf schaute. Auf dem Löffel lag eine Kakerlake. Der C., so wurde mir berichtet, habe dann die Kakerlake sanft neben seinem Teller abgelegt und ungerührt weitergegessen.

Ich hab' dann gleich den Nachtisch genommen: eine leicht verschrumpelte Apfelsine aus Kuba. Gab es in keinem Geschäft zu kaufen.

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Dienstag, 23. August 2005
Die schönen Rosen
Na, dann eben nicht.

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Montag, 22. August 2005
The Passenger
Ich frage mich gerade, wie Hamburg im November ist. Vor zwei Jahren verbrachte ich ein Wochenende im Oktober dort, das Wetter war sehr ungemütlich. Irgendwie fürchte ich, dass es Mitte November nicht besser ist.

Kann mir übrigens jemand ein/e günstige/s Pension/Hotel empfehlen?

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Traumzeit
Der Preis für die wirrsten Träume geht diese Woche an mich.

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Samstag, 20. August 2005
Allerlei
Die Verantwortlichen sächsischer Privatradios kommen alle in die Hölle, soviel steht fest. Obwohl ich das schon lange weiß, schaffen sie es immer wieder, mich unangenehm zu überraschen. Heute morgen lief im Badezimmer tatsächlich ein Song mit dem Refrain Mandy, geh' an Dein Handy - und ich stand unter der Dusche und konnte mich nicht wehren. Als Gast bin ich zu wohlerzogen, um einfach den Sender zu verstellen, ab morgen wird also selbst gesungen.
Ach ja, für die Gag-Schreiber sächsischer Privatradios gibt's im Jenseits dann eine Runde extra Heulen und Zähneklappern. Und zwar für jeden "Witz", den sie zu Lebzeiten verbrochen haben.

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Donnerstag, 18. August 2005
Küss mich, wenn ich heimkehr'

Hey, hey, hey
I'm going away
A happy day
I'm going away
I'm going to see what I can see
I'm going to do what I can do

- Tom Tom Club: Kiss me when I get back -

Meine Tasche ist gepackt, morgen um kurz nach halb elf Uhr geht der Zug. Zum Kaffee heißt mich dann die geliebte Stadt willkommen. Wahrscheinlich ist es für lange Zeit das letzte Mal.

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War Baby

All this stabbing and wounding - only getting my own back
I don't want to batter you to your feet and knees and elbows.

- Tom Robinson: War Baby -

Sein erster Biss erwischt mich unverhofft am Schlüsselbein und raubt mir den Atem. Ich spüre, wie mir das Blut zwischen den Brüsten hinunter läuft, doch ich gebe keinen Laut von mir, stelle nur den Kragen hoch. Sein zweiter Biss gilt meiner Schulter. Zischend ziehe ich die Luft zwischen den Zähnen ein, verberge meinen Arm, damit er nicht sieht, wie das Blut daran heruntertropft.
Er sieht immer nur mein Lächeln, meine Fangzähne bemerkt er nicht.

Mein Biss wäre tödlich.

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