Mittwoch, 20. April 2005
Ring, ring
When life is a loop, you’re in a room without a door.
Jahrelang ging das so. Jahrelang. Selbst dann noch, als wir längst wussten, wer es ist. Und warum.
Geblieben ist mir aus dieser Zeit ein mittelprächtiges Unwohlsein, wenn ich meinen Anrufbeantworter abhöre und der nur ein Klicken aufgezeichnet hat. Heute zeigte er sieben Anrufe an. Fünfmal aufgelegt.
Trouble that we’ve come to know will stay with us.
- The Notwist: Pick up the phone -
Als ich ein Teenager war, bekamen wir immer diese Anrufe. Wenn man ans Telefon ging, hörte man nur jemanden atmen. Nie sagte die Person am anderen Ende etwas. Einmal bin ich eine Stunde lang dran geblieben, habe zurückgeschwiegen, nur um zu sehen, wie lange der andere es aushält.Jahrelang ging das so. Jahrelang. Selbst dann noch, als wir längst wussten, wer es ist. Und warum.
Geblieben ist mir aus dieser Zeit ein mittelprächtiges Unwohlsein, wenn ich meinen Anrufbeantworter abhöre und der nur ein Klicken aufgezeichnet hat. Heute zeigte er sieben Anrufe an. Fünfmal aufgelegt.
Trouble that we’ve come to know will stay with us.
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Der Gesegnete
Ich mag meinen Vornamen, müsste ich mich umnennen, wüsste ich gar nicht, wie ich heißen wollte. Sowas will schließlich gut überlegt sein. Darum frage ich mich gerade, wann fängt eigentlich einer, der Papst wird, an, über seinen neuen Namen nachzudenken? Erst nach der Wahl, wenn er das päpstliche Gewand überstreift? Ist das eine spontane Eingebung? Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen...* Reicht denn dann noch die Zeit, um schnell durchzuzählen, der wievielte Papst dieses Namens man ist? Päpste sind ja in der Regel nicht übermäßig originell und wählen einen Namen, der schon einmal da war. Ok, ok, Papst Kevin I. klänge auch zu dämlich.
Oder trägt man diesen Gedanken schon länger mit sich herum, sagen wir mal, seit dem Zeitpunkt, an dem man in die Kurie berufen wird? Oder gar noch tiefer auf der klerikalen Karriereleiter, wenn man ehrgeizig ist? Gibt’s das, Berufswunsch: Papst?
Wie auch immer, ich fände es ganz schön, wenn sich jetzt alle mal wieder einkriegten, dass jener ein Deutscher ist. Das ist doch keine WM da, es handelt sich auch nicht um Olympische Spiele mit dämlichen Medaillenranking. Und wir sind auch nicht alle Papst, ich schon mal sowieso nicht, ich Protestantin.
* (Jesaja 43, Vers 1b, wer’s wissen will.)
Oder trägt man diesen Gedanken schon länger mit sich herum, sagen wir mal, seit dem Zeitpunkt, an dem man in die Kurie berufen wird? Oder gar noch tiefer auf der klerikalen Karriereleiter, wenn man ehrgeizig ist? Gibt’s das, Berufswunsch: Papst?
Wie auch immer, ich fände es ganz schön, wenn sich jetzt alle mal wieder einkriegten, dass jener ein Deutscher ist. Das ist doch keine WM da, es handelt sich auch nicht um Olympische Spiele mit dämlichen Medaillenranking. Und wir sind auch nicht alle Papst, ich schon mal sowieso nicht, ich Protestantin.
* (Jesaja 43, Vers 1b, wer’s wissen will.)
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Mittwoch, 20. April 2005
Hey babe
Da war sie also. Seine ewige, unerreichbare Liebe. Nein, schön war sie wirklich nicht, aber sie hatte Ausstrahlung. Kein Wunder, dass ihr die Männer reihenweise zu Füßen lagen, selbst ich konnte mich dem kaum entziehen. Als wir nach seinem Konzert nebeneinander in der Kneipe saßen und uns unter seinen bohrenden Blicken angeregt unterhielten, da wanderten meine Augen immer wieder zu dem tiefen Rückenausschnitt ihres Kleides, strichen meine Blicke über ihre Haut. Ich hatte Mühe, meine Hand nicht folgen zu lassen.
Später, viel später, als er schon längst nicht mehr mein Liebhaber war, rief sie mich aus Berlin an. Wir tranken Gin Tonic am Telefon, sprachen über ihr Schreiben und ihre Männer. Wie sehr ihr Freund darunter litt, dass sie ihn gerade mit einem anderen betrog.
Dann gestand sie mir, dass sie sich zu mir hingezogen fühlte. Es wären ihr sogar die ersten Zeilen zu einem neuen Gedicht eingefallen. Sie hätte mich gern geküsst, sagte sie, aber es gab ja keine Gelegenheit. Da lachte ich am anderen Ende leise auf: „Schade, eigentlich.“
Später, viel später, als er schon längst nicht mehr mein Liebhaber war, rief sie mich aus Berlin an. Wir tranken Gin Tonic am Telefon, sprachen über ihr Schreiben und ihre Männer. Wie sehr ihr Freund darunter litt, dass sie ihn gerade mit einem anderen betrog.
Dann gestand sie mir, dass sie sich zu mir hingezogen fühlte. Es wären ihr sogar die ersten Zeilen zu einem neuen Gedicht eingefallen. Sie hätte mich gern geküsst, sagte sie, aber es gab ja keine Gelegenheit. Da lachte ich am anderen Ende leise auf: „Schade, eigentlich.“
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Überschwengliche Freude
Intensiv an jemanden denken und plötzlich vor Aufregung mit den Zähnen klappern.
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Blassgraue Frauenschriften
Weißt Du, daß es außer den über dreißig Farben in einem Farbtub-Kasten noch eine weitere für Menschenaugen sehr wohl sichtbare Farbe gibt - die der Traurigkeit?
Manchmal graut mir vor dem Tag, an dem ich die Briefe finden werde. Von seiner Frau, seiner einstigen Geliebten und seiner Tochter.
- Yasushi Inoue: Das Jagdgewehr -
Ein Mann und drei Abschiedsbriefe: von seiner Frau, seiner Geliebten und deren Tochter. Eine Geschichte von Einsamkeit. Und natürlich von Liebe, Untreue und Tod.Manchmal graut mir vor dem Tag, an dem ich die Briefe finden werde. Von seiner Frau, seiner einstigen Geliebten und seiner Tochter.
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