Mittwoch, 4. Februar 2009
Was täte ich ohne den schönen Physiotherapeuten
Sonntagnachmittag fing es an meiner linken Hand zwischen Zeige- und Mittelfinger an zu kribbeln. Fühlte sich erst an wie eingeschlafene Beine und dann leicht taub. Auch mein linker Unterarm fühlte sich anders an als mein rechter. Sehr irritierend, zumal es auch am Montag nicht wegging.

Ich muss mir irgendwo etwas eingeklemmt haben, sage ich tags drauf zum schönen Physiotherapeuten. Er nimmt meinen Unterarm, tastet den Muskel ab. Hast Du zuviel gearbeitet, will er wissen. Donnerstag musste ich mal eine Nachtschicht einlegen, am Wochenende habe ich aber nichts gemacht, und das da fing erst am Sonntag an. Hat nichts zu sagen, entgegnet er und triggert zielsicher alle schmerzhaften Stellen meines Unterarms, dass ich die Zähne zusammenbeiße. Nach einer sehr langen Viertelstunde merke ich, wie der Muskel allmählich wieder weicher wird. Meinen Unterarm ziert jetzt ein türkisfarbenes kinesiologisches Tape, sieht sehr schick aus.

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Freitag, 30. Januar 2009
Lass mich hören Deine Stimme
Manchmal lausche ich des Nachts dem Klang Deiner Stimme nach.
Ich werde mich wohl niemals daran satthören.

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Mittwoch, 28. Januar 2009
Ein Hauch von Frühling
Eine meiner Lieblingskassiererinnen im Supermarkt heißt mit Vornamen Violeta. Sie hat ein feingeschnittenes Gesicht, blondes Haar, trägt eine zierliche Brille und spricht mit osteuropäischem Akzent. Immer nennt sie den Betrag ganz korrekt:
11 Euro und 32 Cent. Nie lässt sie das Wort Cent weg, das bei ihr klingt wie Zent.

Wenn ich aus der Entfernung sehe, dass sie an der Kasse sitzt, stelle ich mich meistens bei ihr an, auch wenn die Schlange länger ist als andere. Einfach, um auf dem Schild an ihrem Kittel ihren Namen zu lesen, der nach Frühling klingt.

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Die Abweisung

... und doch lächelst Du, diese Lebensgefahr auf dem Leib - von Zeit zu Zeit.
- Franz Kafka: Die Abweisung -

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Dienstag, 27. Januar 2009
Motivationsloch
Die Angst vor dem Biss eines Vampirs ist ziemlich modern. Ursprünglich nahm man an, dass Vampire einem mental die Lebenskraft entziehen. Niesen galt als Indiz dafür, dass man von einem Vampir angegriffen wurde. Jemand anderes musste dann „Gesundheit!“ wünschen – es war eigentlich eine Art Schutzzauber, wie ein Vampirabwehrfeld.

- Eric Nuzum im Interview mit Jessica Braun -

Die vergangenen fünf Tage habe ich mich noch halbwegs bei Laune gehalten, indem ich mir versprach, ein bestimmtes Buch zu bestellen, wenn ich mit dieser Arbeit fertig bin. Inzwischen muss ich mir schon Zwang antun, es nicht sofort zu ordern, weil ich weiß, wie das ausgehen würde, gäbe ich dem Verlangen jetzt nach. Ich bin unendlich müde und völlig lustlos. Niesen muss ich auch immerzu.

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Samstag, 24. Januar 2009
Der Anruf
Gegen Morgen träumte ich heute, dass ich morgens gerade mein Bett mache, als das Telefon klingelt. Eine freundliche Dame stellt sich als Mitarbeiterin der Lotto-Gesellschaft vor und gratuliert mir zu meinem Gewinn.
Na, das ist aber eine Überraschung, sage ich verblüfft und denke: Hey, das ging aber schnell. Vor drei Tagen dachte ich noch, wie dringend ich Geld brauche.
Soll ich Ihnen sagen, wie viel es ist, fragt sie.
Öhm, ja. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, danach zu fragen, denn ich versuche mich daran zu erinnern, ob ich überhaupt gespielt habe.
Sie schweigt.
Jetzt machen Sie es aber spannend, sage ich und lache.
Sie zögert. Dann sagt sie: 57 Millionen.
Nun verschlägt es mir für einen Moment die Sprache. So viel? Ach, Du liebe Zeit, bringe ich mit Mühe heraus und denke, dass das viel zu viel ist, um es alleine zu behalten. Dann wachte ich auch schon auf.

Liebe Lotto-Gesellschaft, meine Nummer steht im Telefonbuch. 25 Millionen reichen auch vollkommen aus und sind mehr als genug.

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Montag, 19. Januar 2009
Men in Black
Schornsteinfeger bringen Glück, heißt es. Bei mir waren heute gleich zwei, aber mit dem Glück ist es trotzdem so eine Sache. Sie stellten nämlich fest, dass die Abgaswerte der Gasetagenheizung hier nicht in Ordnung sind. Irgendetwas im Ofenrohr nach oben stimmt nicht und muss schleunigst repariert werden. In dem Zusammenhang war auch die Rede von "Heizung dann abgestellt" und "Dach aufreißen". Tolle Aussichten.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass ich mittlerweile den Verdacht habe, dass in meine Wohnung ebenfalls Feuchtigkeit eindringt? Bei den Nachbarn nebenan regnet es ja hinein, das Flachdach ist undicht. Die Hausverwaltung und die Wohnungseigentümerin wissen schon ganz lange Bescheid, aber es passiert einfach nichts - außer, dass es da drüben weiter schimmelt.

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