Mittwoch, 13. Februar 2008
Die Phänomenologie zeitgenössischer Verunsicherung
"Der soziologischen Gegenwartsbeobachtung stellt sich das Bild einer unaufhaltsamen und unkontrollierbaren Entwicklung in Richtung auf die Fiktion einer "Sicherheitsgesellschaft" dar, die als solche dem Sicherheitsparadoxon verfällt, indem sie in ihrer Option (bis hin zur Obsession) für die Sicherheit Gefühle der Unsicherheit produziert, schürt und radikalisiert. Dabei entstehen immer neue Unsicherheiten, an denen eine entfesselte Politik-, Sozial- und Militäradministration anzuknüpfen versucht."
- Aus: Unsichere Zeiten. Herausforderung gesellschaftlicher Transformation. Themenpapier zum 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie 2008 -
... link ... kein Echo ... comment
Sonntag, 10. Februar 2008
Flat Earth News
"Eigens für 'Flat Earth News' prüfte das Medieninstitut der Universität von Cardiff im Frühjahr 2006 über zweitausend Berichte aus Großbritanniens seriösen Blättern 'Daily Telegraph', 'The Times', 'The Guardian' und 'The Independent' sowie der konservativen Boulevardzeitung 'Daily Mail'. Sechzig Prozent bestanden ausschließlich oder hauptsächlich aus PR-Material oder Berichten von Nachrichtenagenturen, die aber nur bei zwei Prozent als Quelle angegeben worden waren. Weitere zwanzig Prozent der Artikel waren lediglich mit wenigen Informationen angereichert. Nur zwölf Prozent der Texte ließen auf eigene Recherchen schließen.
'Das Grundproblem ist, dass eine kommerzielle Logik die journalistische abgelöst hat', sagt Davies" [Journalist und Verfasser des Buches "Flat Earth News", über das die FAZ berichtet].
'Das Grundproblem ist, dass eine kommerzielle Logik die journalistische abgelöst hat', sagt Davies" [Journalist und Verfasser des Buches "Flat Earth News", über das die FAZ berichtet].
... link ... kein Echo ... comment
Montag, 4. Februar 2008
Super Tuesday
Mal abgesehen von der Frage, ob einen die Jahre als First Lady und die Planung einer dann doch gescheiterten Gesundheitsreform automatisch besser für das Präsidentenamt qualifizieren, leuchtet mir das Argument mit der größeren Erfahrung nicht so ganz ein. Schließlich war George W. Bush vor seinem Amtsantritt fünf Jahre lang Gouverneur von Texas gewesen, bei seiner Wiederwahl hatte er vier Jahre im Weißen Haus hinter sich ... Und, hat das irgendetwas genutzt?
... link ... 16-faches Echo ... comment
Sonntag, 3. Februar 2008
Hals und Beinbruch
Mein Schwager Kaktus hat zum Geburtstag ein neues Spiel für die Konsole geschenkt bekommen, und meine kleine Schwester und ich haben jetzt jede Menge toter Skispringer auf dem Gewissen. Runter kamen sie alle, aber irgendwie klappte das mit der Landung noch nicht so richtig.
... link ... 2-faches Echo ... comment
Donnerstag, 24. Januar 2008
Fragen der Menschheit (V)
Die Krankenkassen haben ein Zehn-Milliarden-Loch, las ich kürzlich, weil sie keine Rücklagen für die Pensionen ihrer Mitarbeiter gebildet haben. Allein der AOK sollen 8,1 Milliarden fehlen, die Innungskassen ebenfalls betroffen sein. Ich frage mich gerade, wer eigentlich verantwortlich dafür war, dass keine Rücklagen gebildet, sondern die Ausgaben aus den laufenden Verwaltungskosten bestritten wurden. Und muss für dieses Versäumnis eigentlich irgendjemand geradestehen?
... link ... 5-faches Echo ... comment
Mittwoch, 23. Januar 2008
Von Fröschen und Prinzen
Die beste Freundin kommt abends zum Essen, sie bringt eine große Tüte Weihnachtsgeschenke für mich mit, denn wir haben uns zuletzt Anfang Dezember gesehen. Das hier ist aus der Abteilung unnütze und überflüssige Geschenke, sagt sie, aber ich fand, den sollten wir uns ’mal gönnen. Magic. The Frog To Prince steht auf der Packung, die sie mir grinsend überreicht.
Nach dem Essen gehen wir kichernd vor Vorfreude in die Küche. Ich habe immer noch keine gescheite Küchenlampe, entschuldige ich mich bei ihr, als wir die Gebrauchsanweisung auf der Rückseite studieren. Füllen mit Wasser. Temperature unter 35 Grad, lese ich vor. Es schäumt, liest sie weiter.

Froschkönig heißt auf Niederländisch anscheinend Kikker Prins, verkünde ich, als sie den Hahn aufdreht und den Frosch unter Wasser setzt.

Gespannt stehen wir vor dem Glas und warten. Da schäumt aber nix, sage ich, vielleicht war das Wasser doch zu warm. Nee, das waren keine 35 Grad, antwortet die beste Freundin. Sie kennt sich damit aus, schließlich legt sie sich jeden Abend in die Badewanne. Dennoch kein Schaum. Gebannt schauen wir auf den Frosch, aber der Frosch rührt sich nicht.
Etliche Minuten vergehen. Langsam bildet sich ein Riss.

Doch weiter passiert nichts. Die beste Freundin nimmt wieder die Gebrauchsanweisung zur Hand. Nach einigen Minuten kommt der Prinz heraus, liest sie vor. Der will irgendwie nicht, sagt sie. Leicht ungeduldig schüttele ich das Glas ein wenig. Vielleicht sollten wir doch ’mal das Wasser wechseln, damit das schneller geht, schlage ich irgendwann vor. Was ist da eigentlich für ein Zeugs drin, frage ich, als ich die gelbe Suppe aus dem Glas in die Spüle kippe. Steht nicht auf der Packung, antwortet sie. Ist aber aus China.
They grow, grow, grow! liest sie dann vor. 72 Stunden lang! Wieder stehen wir vor dem Glas und gucken. Allmählich lässt der Prinz sich doch blicken.

Der muss aber wirklich noch ein bisschen wachsen, stellt die Freundin fest.
Heute habe ich ihr endlich das Foto geschickt, das ich vorgestern vom Prinzen gemacht habe. 72 Stunden lang ist der nicht mehr gewachsen, schreibe ich ihr, überhaupt sieht er leicht rachitisch aus. Vielleicht sollten wir uns doch lieber einen freundlichen Frosch zum Manne suchen.

Ich bitte, die schlechte Qualität der Fotos zu entschuldigen. Die Küchenlampe, Sie wissen schon.
Nach dem Essen gehen wir kichernd vor Vorfreude in die Küche. Ich habe immer noch keine gescheite Küchenlampe, entschuldige ich mich bei ihr, als wir die Gebrauchsanweisung auf der Rückseite studieren. Füllen mit Wasser. Temperature unter 35 Grad, lese ich vor. Es schäumt, liest sie weiter.

Froschkönig heißt auf Niederländisch anscheinend Kikker Prins, verkünde ich, als sie den Hahn aufdreht und den Frosch unter Wasser setzt.

Gespannt stehen wir vor dem Glas und warten. Da schäumt aber nix, sage ich, vielleicht war das Wasser doch zu warm. Nee, das waren keine 35 Grad, antwortet die beste Freundin. Sie kennt sich damit aus, schließlich legt sie sich jeden Abend in die Badewanne. Dennoch kein Schaum. Gebannt schauen wir auf den Frosch, aber der Frosch rührt sich nicht.
Etliche Minuten vergehen. Langsam bildet sich ein Riss.

Doch weiter passiert nichts. Die beste Freundin nimmt wieder die Gebrauchsanweisung zur Hand. Nach einigen Minuten kommt der Prinz heraus, liest sie vor. Der will irgendwie nicht, sagt sie. Leicht ungeduldig schüttele ich das Glas ein wenig. Vielleicht sollten wir doch ’mal das Wasser wechseln, damit das schneller geht, schlage ich irgendwann vor. Was ist da eigentlich für ein Zeugs drin, frage ich, als ich die gelbe Suppe aus dem Glas in die Spüle kippe. Steht nicht auf der Packung, antwortet sie. Ist aber aus China.
They grow, grow, grow! liest sie dann vor. 72 Stunden lang! Wieder stehen wir vor dem Glas und gucken. Allmählich lässt der Prinz sich doch blicken.

Der muss aber wirklich noch ein bisschen wachsen, stellt die Freundin fest.
Heute habe ich ihr endlich das Foto geschickt, das ich vorgestern vom Prinzen gemacht habe. 72 Stunden lang ist der nicht mehr gewachsen, schreibe ich ihr, überhaupt sieht er leicht rachitisch aus. Vielleicht sollten wir uns doch lieber einen freundlichen Frosch zum Manne suchen.

Ich bitte, die schlechte Qualität der Fotos zu entschuldigen. Die Küchenlampe, Sie wissen schon.
... link ... 28-faches Echo ... comment