Freitag, 16. Januar 2015
Doudi schreibt an seinen Vater


Sie schreiben hoffentlich auch - an den König von Saudi-Arabien. Geht ganz einfach per Mail. Die noch ausstehenden 950 Peitschenhiebe für den Aktivisten und Blogger Raif Badawi wurden heute nur ausgesetzt, nicht aufgehoben. Am 7. Mai 2014 war er vom Strafgericht in Jeddah zu zehn Jahren Haft und 1000 Peitschenhieben verurteilt worden. Außerdem bekam er ein anschließendes Reiseverbot von zehn Jahren, ein Verwendungsverbot für Medienkanäle und eine Geldstrafe von einer Million Saudi-Riyal, etwa 195.000, Euro auferlegt.

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Montag, 12. Januar 2015
1109
Jetzt, wo gerade alle Charlie sind, ist es Zeit, auch einmal wieder über Charlies Tante zu reden - und über Charlies Onkel, Schwestern und Brüder. Er hat viele. Insgesamt 1109 - so viele Journalisten wurden laut Committee to Protect Journalists (CPJ) seit 1992 weltweit wegen ihres Berufs getötet. Die Liste der Namen ist entsprechend lang. Wer sie liest, dem fällt sofort auf, dass viele der Namen vermuten lassen, es waren Muslime, die für die Pressefreiheit starben.

Weltweit getötete Journalisten in den Jahren 2003 bis 2014

Diese Statistik basiert auf den Zahlen vom Committee to Protect Journalist (CPJ). Sie zeigt die Anzahl der getöteten Journalisten weltweit in den Jahren 2003 bis 2014. Allein im Jahr 2013 wurden laut CPJ weltweit 100 Journalisten und Media Workers getötet.

Statistik: Ermordete Journalisten weltweit in den Jahren 2003 bis 2014 | Statista

(Anmerkung: Diese Grafik hat jemand anderes aus den vorliegenden Zahlen von Statista erstellen lassen, die Überschrift ist etwas irreführend. Es handelt sich um die Zahlen der getöteten Journalisten. CPJ vermerkt aber auch, wie viele davon wiederum ermordet wurden oder im Kreuzfeuer bzw. in einem Krieg starben oder aber während eines gefährlichen Auftrags.)

Anzahl der getöteten Journalisten weltweit in den Jahren 1995 bis 2014

Diese Statistik basiert auf den Zahlen von Reporter ohne Grenzen (RoG) und zeigt die Entwicklung der Anzahl der getöteten Journalisten weltweit in den Jahren 1995 bis 2014. Die Zahlen unterscheiden sich etwas von denen von CPJ, weil CPJ bewusst keine rigide Definition für "Journalist" verwendet und auch Stringer, Freelancer, Blogger und Bürgerjournalisten einschließt. Laut RoG starben 2012 insgesamt 88 Journalisten im direkten Zusammenhang mit ihrer Arbeit.

Statistik: Anzahl der getöteten Journalisten weltweit in den Jahren 1995 bis 2014 | Statista

Die traurige Wahrheit lautet: Das Töten von Journalisten ist längst alltäglich.

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Freitag, 12. Dezember 2014
Tal der Ahnungslosen
Da marschieren also Tausende bei so einer Demo von Rechtsextremen und Rechtspopulisten mit, und der Bundesinnenminister erklärt das damit, dass diese Bürgerinnen und Bürger "sich fremd fühlen im eigenen Land". Wie hoch ist der Ausländeranteil in Dresden gleich nochmals? 4,7 Prozent. Maximal, andere Quellen geben niedrigere Zahlen an, auch der Bundesinnenminister. Der spricht sogar nur von 2,2 Prozent. Beim DNN-Barometer überschätzten die Befragten den Ausländeranteil maßlos, der Mittelwert lag bei 12,46 Prozent - und wie gesagt, das war der Mittelwert, da wird es auch weitaus höhere Schätzungen gegeben haben. Aber: "Nur 27 Prozent der Befragten gab die richtige oder eine annähernd richtige Antwort." Macht einen Anteil von 73 Prozent ahnungslosen Spackonauten.

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Sonntag, 23. Februar 2014
Kein Täter werden
Wo gerade alle über Kinderpornografie, Bilderverbote und höhere Strafen reden, sollten wir vielleicht auch einmal über die Präventionsstelle an der Berliner Charité und ihre sieben Außenstandorte sprechen. Dieses Netzwerk Kein Täter werden arbeitet seit neun Jahren zur „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld“ und bietet anonyme und kostenfreie Beratungen an. Vielleicht haben Sie schon einmal eins der Plakate gesehen, es steht "Lieben Sie Kinder mehr, als Ihnen lieb ist?" darauf. Bisher haben sich 3.300 Betroffene gemeldet, von einigen sind auf der Website des Netzwerks auch Innenansichten zu lesen.

Einem Bericht des Tagesspiegels vom vergangenen Dienstag zufolge, fördert das Bundesjustizministerium bislang diese Präventionsarbeit mit jährlich 370.000 Euro. Mit diesem Geld werden acht Mitarbeiterstellen finanziert. Die Förderung läuft 2016 aus - und das ist meiner Meinung nach auch ein Skandal.

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Donnerstag, 7. November 2013
Transatlantisches Freibeuterabkommen
Ich gebe zu, ich habe das geplante transatlantische Freihandelsabkommen bisher auch nur am Rande mitbekommen, weil zwischendurch einmal die Forderung laut wurde, die Verhandlungen darüber zu unterbrechen. Worum es beim transatlantischen Freihandelsabkommen tatsächlich geht, schreibt Harald Schumann: Der große Freihandelsbluff im Tagesspiegel vom 7. November 2013:

Große Gewinne verheißt etwa die Privatisierung bisher staatlicher Dienstleistungen. Das wollen zwar die Bürger meistens nicht. Aber wenn es erst mal völkerrechtlich bindend vereinbart wäre, käme es auf den Bürgerwillen nicht mehr so an. Dem gleichen Zweck dient auch die vorgesehene Einrichtung eines „Streitschlichtungsverfahrens“ für internationale Unternehmen. Diese müssten sich dann nicht mehr regulären öffentlichen Gerichten stellen. Stattdessen soll es Investoren aus dem jeweiligen Ausland erlaubt sein, geheim tagende, mit privaten Anwälten besetzte Schiedsgerichte anzurufen, wenn sie ihre Gewinne durch neue Gesetze gefährdet sehen – eine perfekte Methode, um Umweltauflagen oder Sozialvorschriften durch Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe auszuhebeln.

Das klingt alles eher nach einem transatlantischem Freibeuterabkommen. Siehe dazu auch diesen Artikel von heise online vom 11. Oktober und jenen Monitor-Bericht über Investitionsschutzabkommen, der am 6. Juni ausgestrahlt wurde.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit, die beiden Artikel zu lesen und den Bericht anzuschauen. Es dauert nicht lange, betrifft uns aber alle.

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Mittwoch, 3. Juli 2013
Kunden aus der Hölle
RRRRRAAAAARRRR!!!

Entschuldigung, das musste noch raus, ich kann sonst heute Nacht nicht schlafen. Trotz Yoga vorhin.

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Dienstag, 30. April 2013
Nase voll
In jüngster Zeit habe ich meist das Pech, im Kino oder Theater jemanden vor der Nase zu haben, der Poly-Plastik-Klamotten trägt, aber kein Deo benutzt. Was den Abend für mich völlig unabhängig von der Darbietung zu einem atemberaubenden Erlebnis macht. Wenn ich die Weltherrschaft übernehme, werden solche Klamotten sofort verboten. Oder nur noch unter Deo-Zwang erlaubt. Jawohl.

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Mittwoch, 19. September 2012
Bringt mir doch bitte einen Kaffee ans Bett


Schon vor Wochen hatte ich mir eine Karte für das Konzert gekauft und mich darauf gefreut ... und es dann gestern Abend glatt vergessen! Stattdessen lag ich um acht Uhr im Bett, weil ich so erledigt war. Heute Vormittag bemerkte ich, was ich gestern Abend verpasst habe. Falls sich also jemand gefragt haben sollte, wer da seinen Kopf so laut auf die Tischkante knallte - ich war's.

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Samstag, 21. Juli 2012
Hamsterrad
In den vergangenen Wochen kam ich mir vor, wie ein Hamster im Rad - mit dem Unterschied, dass der Spaß daran hat und bei mir der Spaß eindeutig zu kurz kam. Mir reicht es jetzt, ich gehe lieber Hühnergötter suchen.

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Freitag, 16. März 2012
Irre und Idioten

Der Fliederduft setzt unter Drogen
Und jede Logik ist verboten.
Das ist die Zeit der Irren und Idioten.

- Wenzel: Die Zeit der Irren und Idioten -

Als hätte ich mir heute nicht schon genug unsinnige Verschwörungstheorien im Chat anhören müssen, machte ich auch noch den Fehler, einen alten englischen Freund anzurufen, um ihm zum Geburtstag zu gratulieren. Unser vorheriges Telefonat hätte mir eigentlich schon eine Warnung sein müssen, denn damals hielt er mir einen endlosen Vortrag über die Verschwörung hinter 9/11. Diesmal war es die New World Order, hinter der angeblich die R*thschilds stecken.

Nun muss man wissen, dass jener Freund schwul ist und sich eigentlich als eher links bezeichnet - zweifellos sieht er aber zuviel Satelliten-TV und geht zu wenig vor die Tür (einen Internetanschluss besitzt er nicht). Alles in allem war es ein sehr unerfreuliches Gespräch, zumindest in meinen Augen.

Falls ich ihm also nächstes Jahr überhaupt nochmals zum Geburtstag gratuliere, werde ich ihm wohl besser schreiben. Und was das eingangs erwähnte andere Gespräch angeht, so ist da meine Geduld auch erschöpft.

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